Ziele

Zweck des CEM ist es, aus systemischen Betrachtungen Entwicklungs- und Forschungsstrategien für die Werkstoffforschung und der damit verbundenen relevanten ökonomischen Rahmenbedingungen abzuleiten. Damit unterstützt die Einrichtung eine effiziente und nachhaltige Rohstoffnutzung sowie die langfristige Sicherung von
Standortvorteilen durch

    die Materialsubstitution auf der Input-Seite (z. B. kritische Importrohstoffe)

    die Technologie-Substitution in der Wertschöpfungskette

    die Digitalisierung von Werkstoffen und Prozessen

    die Entwicklung von Design for Re-Use und Recycling

mit der Ausrichtung auf eine ökonomisch effiziente und nachhaltige Kreislaufwirtschaft.

Bedarf

Viele der Rohstoffe, auf denen unser Wohlstand, unsere Sicherheit und unsere Gesundheit beruhen, sind nur begrenzt verfügbar. Zugleich gefährden ein wachsender Verbrauch und die damit verbundenen Emissionen unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Um auch langfristig Wohlstand und Lebensqualität zu erreichen und zu sichern, bedarf es der zügigen Transformation unserer Wirtschaftsordnung hin zu einer ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Industriegesellschaft. Deshalb erforschen wir am Fraunhofer CEM neue Wege für eine größere Energie-, Umwelt- und Ressourceneffizienz und geeignete politische Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen.

Die Produktion von Gütern stellt die gegenwärtigen Strukturen entwickelter Industriegesellschaften vor große aktuelle und zukünftige Herausforderungen. So kommt es aufgrund globaler Handels- und Wertschöpfungsverflechtungen zu umfangreichen Exporten von Kohlenstoffdioxid sowie Umweltschäden und damit zu negativen externen Effekten. Gleichzeitig bestehen existenzielle Abhängigkeiten von knappen, in Industrienationen oftmals nicht natürlich vorkommenden Ressourcen. Diese globalen Arbeitsteilungs- und Handelsstrukturen sind gegenwärtig nicht nachhaltig. Die Welt benötigt daher neue Strategien für den Umgang mit Roh- und Werkstoffen, ein Umdenken der bisherigen Produktions- und Lieferketten sowie eine die langfristige Kreislauffähigkeit der Güter und Produkte durch optimierte Wiederverwendung und Wiederverwertung.

Mission

Als Industrienation, die viele der Rohstoffe für ihre Schlüsselbranchen importieren muss, ist die Bundesrepublik entscheidend auf eine hohe Innovationsfähigkeit nachhaltiger Produkte und Prozesse angewiesen. Mit der Energiewende ist Deutschland bereits internationaler Vorreiter bei der Energiesystemtransformation geworden – wir wollen dabei helfen, durch eine neue Werkstoffökonomik die Energie-, Umwelt- und Materialeffizienz zu erhöhen und damit eine wesentliche Grundlage zukünftigen ökonomischen Erfolgs zu schaffen. Die Forschungseinrichtung Fraunhofer CEM kombiniert dafür exzellente Expertise in Materialwissenschaften und ökonomischer Forschung. Damit trägt sie dazu bei, Wettbewerbs- und Standortvorteile zu erschließen und zu sichern, die Ressourceneffizienz zu erhöhen und neue Geschäftsmodelle zu etablieren.

Roadmap

Das CEM wird diesen Prozess anwendungsnah mit konkreten Vorschlägen für politische Instrumente unterstützen und wissenschaftlich begleiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen wissenschaftliche Erkenntnisse nahebringen und damit politische und wirtschaftliche Entscheidungsgrundlagen verbessern sowie die Akzeptanz der Veränderungsprozesse erhöhen.

Im Einzelnen stellen sich die Forschungsschwerpunkte des CEM wie folgt dar:

    Industrielle Wertschöpfungsprozesse und Kreislaufwirtschaft

    Systemische Interdependenzen zwischen Energie-, Ressourcen- und Umweltökonomik

    Strategien und Instrumente für eine nachhaltige Wirtschaftspolitik

    Global Value Chain

    Transformationsfolgenforschung

Das Fraunhofer CEM bezieht im Herbst 2017 neue Räumlichkeiten in Halle.